Praktikum bei Westfalenfleiß: „Lernen, Haltung zu zeigen“

von Sebastian Deppe

Mehr als ein Einblick in den sozialen Bereich

Die 25-jährige Luise Lederer hat sich bewusst entschieden, nach ihrem Praktikum bei Westfalenfleiß zu bleiben. Ihr Einstieg begann mit einem Vorpraktikum im Wohnen. Später lernte sie im Sozialdienst auch die Werkstatt kennen. Heute arbeitet sie auf Minijob-Basis wieder im Baumberger Hof.

Im Interview berichtet sie, warum sie anfangs Berührungsängste hatte, was sie im Sozialdienst überrascht hat und weshalb sie rückblickend sagt: „Man kann hier nur gewinnen.“

Du hast bei uns im Wohnen angefangen. Wie kam es dazu?
Vor meinem Studium musste ich ein Vorpraktikum machen. Das habe ich im Wohnen absolviert. Eigentlich ohne großen Plan, es hat sich ergeben.

Ich hatte dann am Anfang große Berührungsängste. Ich wusste nicht, wie ich auf Menschen mit Behinderung zugehen soll. Ich wollte nichts falsch machen.

Im Alltag habe ich dann gemerkt: Beziehung entsteht nicht durch perfekte Worte, sondern durch echtes Interesse. Das war mein Einstieg.

Und trotz der anfänglichen Berührungsängste hast du dich entschieden zu bleiben.
Ja. Ich habe schnell gemerkt, dass ich Verantwortung übernehmen kann. Und dass ich hier etwas lerne, was mir im Studium allein nicht begegnet.

Deshalb bin ich nach dem Praktikum auf Minijob-Basis im Wohnen geblieben. Ich hatte Beziehungen aufgebaut und wollte nicht direkt wieder gehen.

Im Studium kam dann noch ein Pflichtpraktikum dazu. Warum hast du dich für den Sozialdienst in der Werkstatt entschieden?
Ich wollte die andere Seite kennenlernen. Im Wohnen ist man sehr nah am Alltag der Menschen. Mich hat interessiert: Was passiert eigentlich im Hintergrund?

Im Sozialdienst habe ich verstanden, wie viel Organisation dazugehört. Berichte schreiben, Entwicklungsziele formulieren, Gespräche vorbereiten, mit Kostenträgern abstimmen.

Das war für mich ein ganz neues Rollenverständnis.

Was hat dich im Pflichtpraktikum im Sozialdienst besonders überrascht?
Wie komplex das System im Hintergrund ist. Der Sozialdienst ist eine Art Schnittstelle zwischen vielen Bereichen: Beschäftigte, Gruppenleitungen, Angehörige, Kostenträger.

Ich habe Berichte mitgeschrieben, Entwicklungsziele formuliert, Gespräche mit Beschäftigten vorbereitet. Dabei geht es nicht nur um Diagnosen oder Akten, sondern um individuelle Perspektiven: Wo steht jemand? Was wünscht sich die Person? Welche Ziele sind realistisch und sinnvoll?

Das wird gemeinsam mit den Beschäftigten besprochen. Diese Verbindung aus Beziehungsarbeit und Organisation fand ich spannend.

Mir war vorher nicht bewusst, wie viel Koordination und Verantwortung dahintersteckt.

Du hast deine Berührungsängste angesprochen. Wann hat sich das verändert?
Im Wohnen sehr schnell.

Ich habe gemerkt, dass ich Haltung zeigen muss. Wenn ich versuche, es allen recht zu machen und mich zurückhalte, funktioniert das nicht.

Ich habe gelernt, klar zu kommunizieren und Dinge nicht persönlich zu nehmen. Das hat mich sehr gestärkt.

Was hat dich im Alltag im Wohnen besonders geprägt?
Die Ehrlichkeit.

Gefühle werden direkt gezeigt: Freude, Ärger, Begeisterung. Diese emotionale Klarheit hat mich beeindruckt.

Und ich habe gelernt: Manchmal reicht es, einfach da zu sein. Nicht jedes Schweigen muss gefüllt werden.

Hast du dich als „nur Praktikantin“ gefühlt?
Nein. Ich war schnell ins Team eingebunden. Ich hatte feste Ansprechpartnerinnen und wusste, was meine Aufgaben sind.

Ich wurde ernst genommen und gefordert.

Warum bist du geblieben?
Weil ich gemerkt habe, dass Konstanz wichtig ist. Viele Bewohnerinnen und Bewohner erleben häufige Personalwechsel.

Ich wollte ausprobieren, ob ich bewusst bleibe, auch wenn es nicht immer leicht ist. Für mich war das ein Entwicklungsschritt.

Was nimmst du für deinen weiteren Weg mit?
Vor allem persönliche Klarheit.

Wer bin ich? Wie möchte ich auftreten? Wie kommuniziere ich?

Und: Dinge nicht sofort auf mich zu beziehen. Das ist wahrscheinlich das größte Geschenk dieser Zeit.

Was würdest du Studierenden sagen, die ein Praktikum suchen?
Ausprobieren.

Bei Westfalenfleiß bekommt man ehrliche Einblicke, echte Verantwortung und gute Begleitung. Es hat mich fachlich und persönlich weitergebracht.

Hinweis für Interessierte:
Praktika und studentische Tätigkeiten sind in verschiedenen Bereichen von Westfalenfleiß möglich: im Wohnen, in der Werkstatt oder im Sozialdienst. Wer Einblicke sucht und Verantwortung übernehmen möchte, findet hier ein vielseitiges Lernumfeld. Hier gibt es weitere Informationen.

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