Vom Förderprojekt zum Alltag: 25 Jahre Westfalenfleiß und LVM
von Sebastian Deppe
Besonderes Jubiläum: Westfalenfleiß und LVM koopererieren seit 25 Jahren
Westfalenfleiß und die LVM feiern ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren arbeiten Menschen mit Beeinträchtigungen in den Spülküchen der LVM-Wirtschaftsbetriebe in Münster.
Wie alles begann
Im Oktober 2001 startete das Projekt als Fördermaßnahme: Acht Beschäftigte der Westfalenfleiß-Werkstatt begannen in der Spülküche der LVM-Zentrale am Kolde-Ring in Münster. Geplant war eine Laufzeit von drei Jahren, gefördert durch das Programm „WfB plus“ des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Ziel war es, Menschen mit Beeinträchtigungen den Einstieg in Unternehmen zu erleichtern. Nach Ablauf der Förderung weitete die LVM die Zusammenarbeit aus. Heute, 25 Jahre später, arbeiten 28 Beschäftigte in drei Spülküchen des Versicherers.
„Von Anfang an wollten wir nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern Begegnungen ermöglichen“, sagt Anke Holste, Bereichsleiterin Gesundheit und Soziales bei der LVM, die das Projekt von Beginn an begleitet.
„Aus unserer Küche nicht wegzudenken“
„Die Kolleginnen und Kollegen von Westfalenfleiß gehören fest zu unserem Team. Es gibt kaum Wechsel, man isst zusammen, spricht über Privates. Irgendwann fragt niemand mehr, wer zu welchem Arbeitgeber gehört“, sagt Raimund Gertz, Leiter der Wirtschaftsbetriebe der LVM. Die Beschäftigten nutzen wie alle Mitarbeitenden Türöffnungs-Chips, tragen dieselbe Arbeitskleidung und nehmen an allen Feierlichkeiten teil. „Aus einem Versuch, Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance zu geben, wurde schnell die Überzeugung, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben“, so Gertz.
Aus der Spülküche wurde mehr
Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Aufgabenspektrum: Heute bestücken die Beschäftigten auch Ausgabetheken mit Geschirr, Kassen mit Besteck und helfen in der Cafeteria. Sascha East erinnert sich an seine ersten Tage: „Der Anfang war nicht leicht. Ich musste viel lernen. “ Heute kann er sich keinen anderen Arbeitsplatz mehr vorstellen. Auch Thomas Hümke, der seit Beginn der Kooperation dabei ist, sagt: „Die Arbeit in diesem Team macht einfach Freude.“
Wie das funktioniert
Die Kooperation basiert auf betriebsintegrierten Arbeitsplätzen: Die Beschäftigten arbeiten in einem Unternehmen der freien Wirtschaft, bleiben aber Angestellte der Werkstatt. Fachkräfte von Westfalenfleiß unterstützen sie bei Fragen und Anliegen. Westfalenfleiß arbeitet mit vielen Unternehmen in der Region zusammen, doch die LVM ist der älteste Partner.
„Die Zusammenarbeit funktioniert seit 25 Jahren, weil beide Seiten sich aufeinander verlassen können. Unsere Beschäftigten sind ein wichtiger Teil des Küchenteams: Sie übernehmen Verantwortung, arbeiten selbstständig und erfahren Wertschätzung“, sagt Franziska Trappe, pädagogische Geschäftsführerin bei Westfalenfleiß. „Es zeigt, was möglich ist, wenn ein Unternehmen Menschen mit Beeinträchtigungen Verantwortung überträgt – und diese auch bei ihnen belässt.“
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