Westfalenfleiß feiert 25-jähriges Jubiläum der Zweigwerkstatt ISM

„Sehr geehrte Gäste, sehr geehrte Mit­glieder des Aufsichts­rat­es, liebe Kolleg­innen und Kolleg­en der Westfalen­fleiß GmbH, als Sprecher der Geschäfts­führung der Westfalen­fleiß begrüße ich Sie sehr herz­lich zu unserer kleinen Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums unserer Zweig­werkstatt ISM“, mit diesen Worten begrüßte Uwe Hilde­brandt, Sprecher der Geschäfts­führung, die rund 100 an­wesenden Gäste.

tl_files/westfalenfleiss/bilder/Aktuelles/ISM/IMG_4574_1_kl.JPGAnlässlich des Festes war der Berufsbildungs­bereich des ISM Copyshops kurzerhand zu einem repräsentativen Veranstaltungssaal umgestaltet worden. Das Programm begann mit einem Grußwort der Bürgermeisterin Vendela-Beate Vilhjalmsson.  Dr. Michael Kaven, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Westfalenfleiß GmbH hielt eine Festansprache, in der er sehr informativ und von großer Wertschätzung geprägt  die Geschichte und die Entwicklung des ISM aufzeigte. In einem Interview mit Frau Jeanette Kuhn (bekannt aus der WDR Lokalzeit) berichteten Marlies Tönsmann, Beschäftigte bei ISM und Sven Graumann, ehemaliger Beschäftigter der ISM und heute auf dem freien Arbeitsmarkt tätig, von ihrem persönlichen beruflichen Werdegang. „Ohne die Unterstützung durch den ISM hätte ich nach meiner psychischen Erkrankung die Rückkehr auf den freien Arbeitsmarkt nicht geschafft“, berichtet Graumann dem Publikum und Tönsmann ergänzt: „Ich fühle mich gut aufgehoben beim ISM und habe durch die regelmäßige Begleitung seitens der für mich zuständigen Mitarbeiter Sicherheit auf meinem Arbeitsplatz erlangt“.

ISM – hinter diesen Buchstaben verbirgt sich der Industrie-Service Münster, eine Zweigwerkstatt für Menschen mit einer chronisch psychischen Erkrankung der Westfalenfleiß GmbH Arbeiten und Wohnen. Bei ISM werden an 4 Standorten in Münster und Telgte  Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für diesen Personenkreis in ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen angeboten: Tischlerei, Gärtnerei, Druck- und Kopierbereich, Elektromontage, Kleinmontage, Konfektionierung, Verpackung und Versand.

Außerdem gibt es zahlreiche Außenarbeitsplätze in Unternehmen und Behörden in Münster und Telgte. Außenarbeitsplätze werden als dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeit und zum Zweck des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt eingerichtet. Die Westfalenfleiß GmbH beteiligt sich deswegen aktiv am Modellprojekt „Teilhabe an Arbeit – 1000 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen“ des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des ISM 1988. Westfalenfleiß gehörte zu den ersten Werkstätten im Bereich Westfalen-Lippe, die im Rahmen der damaligen Psychiatrie Enquete ein gesondertes Angebot für 40 psychisch erkrankte Menschen, die nicht mehr auf dem 1. Arbeitsmarkt tätig sein konnten, eröffnete. Noch heute sind Menschen der ersten Stunde bei ISM beschäftigt. Inzwischen arbeiten bei ISM rund 280 Menschen mit psychischer Erkrankung an vier Standorten und auf zahlreichen Außenarbeitsplätzen.

„Der Industrie-Service Münster  ist eingebunden in eine gut entwickelte Struktur der regionalen psychiatrischen Versorgung. Er ist damit fester Bestandteil in der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe psychisch behinderter Menschen geworden. Dies ist für die Arbeit im Bereich der Sozialpsychiatrie ein enorm wichtiger Faktor“, freut sich Martin Becker, Geschäftsführer der Westfalenfleiß GmbH. „Wir sind stolz darauf, dass wir eine der ersten Werkstätten waren, die vor 25 Jahren dieses Angebot für Menschen mit psychischer Erkrankung aufgebaut haben und dass wir inzwischen so viele verschiedene Arbeitsgebiete anbieten können, dass jeder Beschäftigte nach seinen individuellen Wünschen und Kompetenzen einen adäquaten Arbeitsplatz bei uns findet“, so Becker weiter.

Maßgeblich für diese Erfolgsgeschichte des ISM sei sicherlich auch die Ausrichtung der Westfalenfleiß an dem Leitbild Humaner Beruflicher Teilhabe, stellte Dr. Harald Weber vom Institut für Technologie und Arbeit  (ITA) Kaiserslautern bei der Jubiläumsveranstaltung im Rahmen seines Festvortrags zum Begriff „Humane Arbeit“ und deren Bedeutung für die berufliche Rehabilitation dar. Einflussfaktoren für eine humane Gestaltung des Arbeitplatzes seien unter anderem ein angenehmes Betriebsklima, eine erträgliche  Arbeitsmenge, die Möglichkeit der Arbeit in Teams und gut strukturierte Arbeitsabläufe – das gelte im Übrigen nicht nur für die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, sondern für  jede berufliche Tätigkeit.

Eine für die Gäste der Jubiläumsveranstaltung aufgebaute Ausstellung der bei  Westfalenfleiß hergestellten Produkte zeigte eindrucksvoll das breite Spektrum der Leistungen der Werkstatt. Diese werden ab dem 01.12.2013 noch ergänzt durch eine neue, mit der Fachhochschule Münster, Fachbereich Design entwickelte Produktlinie, deren Prototypen auch schon beim ISM-Jubiläum zur Schau gestellt wurden und in Zukunft bei Westfalenfleiß gefertigt und verkauft werden.

Mit einem reichhaltigen Buffet der Cateringprofis vom Münsteraner Dienstleistung-Service MDS und lockeren Gesprächen an den aufgebauten Stehtischen fand die Veranstaltung einen gemütlichen Ausklang.

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