Von der Hilfe zum Recht - Fortbildungstag für Mitarbeiter

„Durch das 2018 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz wird sich bis zum Jahr 2020 nach und nach vieles ändern. Das betrifft auch uns als Werkstatt für behinderte Menschen. Wir füllen diese Veränderungen in unserem Unternehmen mit Leben und dafür müssen wir uns zukunftsfähig aufstellen“, erklärte Hubert Puder, Sprecher der Geschäftsführung, in seiner Begrüßungsansprache zum diesjährigen Fortbildungstag für die Mitarbeiter der Werkstatt, der Verwaltung und der Parkplätze. 

Sehr interessiert verfolgten dann auch die rund 160 Teilnehmer die Ausführungen der Referenten Johanna Heilemann und Dominic Merten vom Marketingbüro WortTonDesign aus Berlin zum Tagungsthema: „Rehadienstleistungsmarketing in Zeiten des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) – Wer sind wir, wer sind unsere Kunden?“ 

Eine große Veränderung im BTHG stellt die Personenzentrierung in der Leistungserbringung für Menschen mit Behinderung dar. Die Ausrichtung geht von der Hilfe zum Recht, die Eingliederungshilfe wird zum Teilhaberecht. Menschen mit Behinderung sollen durch das neue Gesetz in ihrem Leben mehr selbst bestimmen und unter anderem besser am Arbeitsleben teilhaben können. Dafür bekommen sie mehr Wahlmöglichkeiten bei der Suche nach einem Arbeitsplatz – auch bei anderen Anbietern als den Werkstätten für behinderte Menschen - sowie das Recht auf eine bessere und individuellere Unterstützung. 

Was bedeutet das konkret für uns als Werkstatt? Was müssen wir tun, damit wir für unsere Kunden, die Menschen mit Behinderung, weiterhin attraktive und personenbezogene Angebote vorhalten? Wie gehen wir auf die veränderten Ansprüche unserer Kunden ein? Wie müssen wir uns als Westfalenfleiß GmbH positionieren, um am Markt konkurrenzfähig zu bleiben? Antworten auf diese Fragen gab es von den beiden Referenten in regem Austausch mit den Teilnehmern im Plenum. 

In diesem Kontext, werde das Rehadienstleistungsmarketing immer wichtiger, betonten Johanna Heilemann und Dominic Merten. Die Kernfragen diesbezüglich seien: „Wenn ich als Mensch mit Behinderung die Wahl hätte, warum sollte ich mich für Westfalenfleiß entscheiden? Welchen Vorteil habe ich, wenn ich bei Westfalenfleiß arbeite und nicht bei einem anderen Anbieter?“ Das gelte es herauszuarbeiten und der Öffentlichkeit selbstbewusst zu präsentieren. „Zeigen Sie Ihre Stärken! Stellen Sie Ihre Kernkompetenzen heraus! Suchen Sie flexible Lösungsmöglichkeiten, um den individuellen Arbeitsplatzwünschen und Unterstützungsbedarfen Ihrer Beschäftigten gerecht werden zu können“, forderten die beiden Referenten die Fortbildungsteilnehmer auf. Anhand von Beispielen erarbeiteten sie im sehr praxisbezogenen und humorvollen Dialog mit den Anwesenden Vorschläge, wie das konkret aussehen könnte. 

Zur Auflockerung und zur Erheiterung der Westfalenfleiß-Mitarbeiter wurden zwischendurch die erarbeiteten Inhalte von Schauspielern des „Placebo-Theaters Münster“. aufgegriffen und in Form spontan improvisierter Sketche äußerst unterhaltsam auf die Bühne gebracht. 

Am Nachmittag ging es in mehreren Workshops unter der Leitung von Mitgliedern des Placebo-Theaters konzentriert weiter. Auf dem Programm standen dort die Vertiefung und Konkretisierung von Umsetzungsmöglichkeiten der neuen Herausforderungen durch das BTHG. Schließlich wurden die auf Flipchart-Papier zusammengefassten Ergebnisse im Plenum an die Wand geheftet und vorgestellt. 

„Ihr Bewusstsein der Kundenorientierung ist jetzt schon sehr groß“, lobte Hubert Puder seine Mitarbeiter am Ende der Veranstaltung. Und: „Wir werden zusammen weiter konstruktiv und kreativ daran arbeiten.“ Er bedankte sich bei dem Planungsteam, insbesondere bei Michael Sandner, Geschäftsbereichsleiter Werkstätten, für die gute Vorbereitung des Fortbildungstages. Ebenso sprach er den Referenten aus Berlin sowie den Moderatoren und Schauspielern des Placebo-Theaters seinen Dank aus: „Das war ein rundum gelungener Tag!“

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