Projektstudie `Selbstvertretung von Werkstätten in NRW´ – Westfalenfleiß Werkstattrat ist dabei

Am Modellprojekt `Selbstvertretung von Werkstätten in NRW´, das von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und dem Paritätischen NRW in Zusammenarbeit mit der Landes-Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in NRW vor zweieinhalb Jahren gestartet wurde, haben sich fünf Werkstatträte in NRW beteiligt. Einer davon ist der Werkstattrat der Westfalenfleiß GmbH. 

Im Rahmen des Projektes, das von der Stiftung Wohlfahrtspflege finanziell unterstützt wird,  wurde untersucht, wie Werkstatträte und ihre Vertrauenspersonen arbeiten, welche Themen sie beschäftigen, mit welchen Problemen sie sich konfrontiert sehen und was sie benötigen, um gut zu arbeiten. Um all diese Fragen zu beantworten, hatte es mehrere Termine der Projektgruppe mit dem Westfalenfleiß-Werkstattrat gegeben. Nun geht das Projekt in seine Auswertungsphase. 

Dazu kamen Gianna Cannizzaro und Hans Oliva, beide Mitarbeiter der `Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich – FOGS GmbH´ aus Köln nach Münster. „Wir sind damit beauftragt worden, das Projekt wissenschaftlich zu begleiten und auszuwerten“, erläutert Hans Oliva. „Zum einen sollen wir einen Abschlussbericht für die Projektgruppe und die Stiftung Wohlfahrtspflege erstellen und zum anderen arbeiten wir auch mit an dem Leitfaden für Werkstatträte, der am Ende als Ratgeber für Werkstatträte veröffentlicht werden soll“, so Hans Oliva weiter. 

Jeder Werkstattrat, der an der Studie beteiligt war, hatte vom Projektteam eine selbstgewählte Aufgabe bekommen. Dabei ging es darum, ein konkretes Anliegen der Selbstvertreter in ihrer jeweiligen Werkstatt zu implementieren. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, strukturell einzuführen, dass der Werkstattrat an Einstellungsgesprächen für neue Mitarbeiter in unserer Werkstatt teilnimmt“, berichtet Frank Szypior, Vorsitzender des Westfalenfleiß-Werkstattrates. 

Bei Hubert Puder, Sprecher der Westfalenfleiß-Geschäftsführung stießen sie mit ihrer Idee auf offenen Ohren. „Das ist ein durchaus berechtigtes Anliegen. Schließlich geht es ja bei Neueinstellungen von Werkstattmitarbeitern auch darum, dass sie gut auf die Beschäftigten eingehen können. Und wer könnte das besser beurteilen, als die Beschäftigten selber?“ 

So wurde mit der Geschäftsführung vereinbart, dass Frank Szypior und sein Stellvertreter Werner Pamme zukünftig – zunächst einmal im Rahmen einer einjährigen Pilotphase – bei der Einstellung neuer Gruppenleiter oder Gruppenhelfer in einer beratenden Rolle beteiligt sind. 

Ein erstes Einstellungsgespräch unter Beteiligung von Werner Pamme hat bereits stattgefunden. „Es war sehr spannend, einmal auf der anderen Seite sozusagen als Arbeitgeber zu sitzen“, erzählt er. Er habe allerdings auch eine ganze Weile gebraucht, um sich eine Meinung über den Bewerber zu bilden. Das erfordere sicherlich auch einige Übung, fügt er hinzu. Auch sei es für den Fachbereichsleiter, der das Gespräch geleitet hat, eine neue Situation gewesen. „Ich glaube, das muss sich noch ein wenig einspielen“, stellt er fest. 

Gianna Cannizzaro und Hans Oliva zeigten sich erstaunt, wie weit die Münsteraner in der Umsetzung ihrer Aufgabe schon fortgeschritten sind. Gemeinsam wurde jedoch auch festgestellt, dass in der Vorbereitung und in der Durchführung der Bewerbungsgespräche unter Beteiligung des Werkstattrates noch einiges verbessert werden müsste. „Aber Sie sind schon auf einem sehr guten Weg“, lobten die beiden Wissenschaflter. „Sie sind in diesem Punkt Pioniere, denn es gibt bisher so gut wie keine Werkstätten, in denen Beschäftigte an Bewerbungsgesprächen teilnehmen können“, ermunterten sie die Werkstatträte zum Weitermachen. Die Weiterentwicklung dieser Projektidee sei auch für den Abschluss-Bericht des Modellprojektes und für den späteren Leitfaden sehr interessant. 

Ihre ersten Erfahrungen mit der Beteiligung an Bewerbungsgesprächen werden Frank Szypior und Werner Pamme auch auf der Werkstatt-Messe - Fachmesse für berufliche Rehabilitation & Leistungsschau der Werkstätten für behinderte Menschen – Ende März diesen Jahres in Nürnberg vorstellen. „Wir sind sehr stolz, dass wir dazu eingeladen wurden und auch dort präsentieren können, wie innovativ wir sind“, drückt Frank Szypior seine Vorfreude aus. 

Mitte des Jahres gibt es dann noch einmal Gelegenheit, die bis dahin gemachten Erfahrungen einem größeren Publikum vorzustellen. Dann wird in der Stadthalle Münster-Hiltrup die Abschlusspräsentation des Modellprojekts `Selbstvertretung von Werkstätten in NRW´ mit interessierten Werkstatträten aus NRW stattfinden. „Da haben wir noch ein wenig Zeit, unsere Beteiligung an Bewerbungsgesprächen zu perfektionieren“, schmunzelt Frank Szypior.

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