Löwe und Schnecke – Seminar KuKuK für Werkstattbeschäftigte

„Der Löwe ist aggressiv und brüllt rum, die Schnecke zieht sich zurück und sagt gar nichts mehr. Das ist beides kein gutes Verhalten im Umgang mit anderen“, resümiert eine Teilnehmerin ihre Erkenntnis aus den gelernten Inhalten der internen Fortbildung mit dem Titel `KuKuK´. 

Zehn Beschäftigte aus verschiedenen Zweigwerkstätten der Westfalenfleiß GmbH trafen sich mit ihren Seminarleiterinnen, Hildegard Wilken und Marlies Autering, an insgesamt sieben Arbeitstagen, um Schlüsselqualifikationen für die Ausübung einer möglichen späteren Tätigkeit auf einem Außenarbeitsplatz oder für den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erwerben. „Die drei Buchstaben „K“ im Seminartitel stehen für: Kommunikation, Konfliktbewältigung und Kooperation“, erklärt Hildegard Wilken. „Mit jedem Thema haben wir uns zwei Tage lang intensiv auseinandergesetzt und am Ende gab es noch einen Wiederholungs- und Vertiefungstag.“ 

Das sei sehr anstrengend, aber auch sehr lehrreich gewesen, sind sich die Teilnehmenden einig. Zu jedem Thema gab es Gespräche, Übungen und Rollenspiele. “Unter anderem haben wir geübt, wie wir die Eigenschaften des Löwen und der Schnecke so miteinander kombinieren können, dass ein vernünftiges Gespräch mit dem Gegenüber stattfinden kann“, berichtet eine Kurs-Teilnehmerin. Auf der einen Seite sei es wichtig, dem anderen zuzuhören und ihn ausreden zu lasse. Andererseits müsse man aber auch Themen offen ansprechen, die einen beschäftigen. So wurden typische Situationen aus dem Werkstattalltag nachgespielt – zum Beispiel das Vordrängeln im Restaurant „Auszeit“ am Kesslerweg. „Da ist es das Beste, demjenigen ruhig, aber deutlich zu sagen, dass er sich bitte wie alle anderen in der Reihe anstellen soll“, wurde im Seminar vermittelt. 

Damit das Gelernte auch nachhaltig in Erinnerung bleibt, haben die Kursteilnehmer zu jedem Thema Erinnerungskarten gebastelt und mit anderen Seminarunterlagen in einem Ordner abgeheftet. „Da können sie auch später immer wieder reinschauen, z.B., wenn es Konfliktsituationen gibt“, berichtet Marlies Autering. Eine Teilnehmerin, die schon zum zweiten Mal den Kurs absolviert hat, bestätigt, dass der Ordner eine hilfreiche Gedankenstütze ist. „Im Seminar, hört sich das alles so einfach an, aber im Alltag raste ich doch immer mal wieder aus. Dann schaue ich auf meine Erinnerungskarten und versuche, wieder runter zu kommen“, sagt sie. 

Dazu seien besonders auch die Karten `Sonne und Wolke´ geeignet. Auf der Karte mit der Sonne steht alles was hilfreich ist, um Konflikte zu lösen oder zu vermeiden: z. B.  zuhören, den anderen respektieren, Kompromisse schließen, erst einmal durchatmen, sich Hilfe holen oder sich aus dem Weg gehen, wenn nichts Anderes hilft. Die Wolke symbolisiert Dinge, die einen Konflikte verschärfen: z. B.  lästern, tratschen, ärgern, die Schuld nur beim anderen suchen oder sich rausreden. 

Im Rahmen der beruflichen Qualifizierung ist es auch wichtig, im Team arbeiten zu können. „Dazu sind wir mit den Teilnehmern in den Wald gegangen und 2 Gruppen haben jeweils ein Tipi gebaut“, erzählt Hildegard Wilken. Das könne nur funktionieren, wenn sich alle Beteiligten miteinander absprechen. Jeder müsse seine individuellen Stärken einbringen und seinen Teil zum Gesamtwerk beitragen. Das könne man beim Bau eines Tipis gut üben. 

Die im Seminar erworbenen Kenntnisse können sie im Job und auch im Leben gut gebrauchen. Das  war das einhellige Fazit der teilnehmenden Frauen und Männer. Sie sprachen  den beiden Seminarleiterinnen ihren Dank aus und nahmen stolz ihr Zertifikat entgegen. Dieses können sie auch späteren Bewerbungen beilegen.

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