Keine Angst vor Langeweile – Verabschiedung von Mitarbeitenden in den wohlverdienten Ruhestand

„Wir haben keine Angst vor Langeweile“, darin sind sich Robert Haverkamp, Karl Heinrichs und Annegret Meckmann einig. Die drei ehemaligen Mitarbeitenden der Westfalenfleiß GmbH sind - mehr oder weniger - frisch gebackene Rentner und wurden zum Abschied und zum Dank für die langjährige Treue zum Unternehmen von Hubert Puder, Sprecher der Geschäftsführung, zu einem köstlichen Drei-Gänge Menü in das Café Gut Kinderhaus eingeladen.

„Am Anfang war es schon ungewohnt, nicht mehr zur Arbeit zu gehen“, räumte Annegret Meckmann, die sich jetzt seit zwei Monaten im Ruhestand befindet, dennoch ein. Vor allem habe sie ihre Kollegen und die Beschäftigten in der Hauswirtschaft vermisst. „Aber ich besuche sie ab und zu und ansonsten habe ich mich inzwischen gut daran gewöhnt, dass ich nun mehr Zeit habe“. Fahrradfahren und Reisen mit ihrem neuen Wohnmobil wolle sie zum Beispiel.

Robert Haverkamp, der bereits seit sechs Monaten seine Rente genießt, teilt dieses Hobby. Auch er sei zusammen mit seiner Frau schon im Camper zum Nordkap gefahren. Ansonsten hat er noch einen Nebenjob als Hausmeister, außerdem gebe es immer etwas in Haus und Garten zu tun.

Einen großen Garten mit Gemüsebeeten hat auch Karl Heinrichs. „Da habe ich immer etwas zu werkeln“, berichtete er. „Außerdem helfe ich auch häufiger den Nachbarn bei Ihrer Gartenpflege, schließlich bin ich ja gelernter Landschaftsbauer.“ Darüber hinaus freue er sich, mehr Zeit zu haben, Freunde und Familie zu besuchen.

Auch einige Anekdoten aus dem Arbeitsleben wurden zum Besten gegeben. „Als ich meine Tätigkeit in der Westfalenfleiß-Gärtnerei begann, gab es dort eine Beschäftigte, die das absolute Sagen hatte“, erinnerte sich Karl Heinrichs schmunzelnd. „Sie durfte - von allen anderen ungefragt anerkannt - als Einzige immer vorne neben mir auf dem Beifahrersitz mitfahren und sagte den Kollegen immer an, was zu tun ist.“ Es habe lange gedauert, bis die Beschäftigten akzeptiert haben, dass er jetzt der Chef ist…

Annegret Meckmann erzählte von einer anderen lustigen Begebenheit. Bei einer Geburtstagsfeier in der Werkstatt sollte es zwei selbstgebackene Torten geben. Als sie die zweite Torte aus dem Kühlhaus holen wollte, blieb sie mit dem Ärmel hängen und die Torte flog im hohen Bogen in die Küche. „Die Beschäftigten sahen zuerst die Torte und dann mich“, lacht sie. Und eine Beschäftigte habe ganz trocken bemerkt: „Ich glaube, die können wir jetzt nicht mehr gebrauchen.“  Zum Glück habe sie noch einen Tortenboden zu Hause gehabt, den sie schnell geholt und mit Obst belegt habe. So war die Feier dennoch gerettet.

Mit weiteren Erzählungen verging die Zeit im gemütlichen Ambiente wie im Flug. Am Ende überreichte Peter Schmitte, Vorsitzender des Betriebsrates, den ausgeschiedenen Kollegen einen Korb voller leckerer Produkte aus dem Hofladen. Hubert Puder übergab einen bunten Blumenstrauß. „Es ist eine schöne Tradition, die Rentner bei einem gemeinsamen Mittagessen zu verabschieden“, stellte er fest, sprach ihnen – und auch in Abwesenheit den drei weiteren Ruheständlern, die leider an der Feier nicht teilnehmen konnten - im Namen des Unternehmens seinen herzlichen Dank aus und verabschiedete sie mit den besten Wünschen für ihren dritten Lebensabschnitt.

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