Kasper und seine Freunde zu Besuch im Haus Gremmendorf

Gebannt schauen die Bewohner des Hauses Gremmendorf auf die in ihrem Mehrzweckraum aufgebaute Puppen­theater­bühne. Nachdem die Rentner aus der Tagestruktur des Wohnhauses  im vergangenen Jahr für die Firma Nicos AG in wochenlanger Handarbeit 400 individuell gestaltete Weihnachtskarten zum Versand an ihre Kunden aus aller Welt gebastelt hatten, waren sie vom Geschäftsführer des Unternehmens, Uwe Brettner, mit einer großzügigen finanziellen Spende belohnt worden. Von diesem Geld konnte nun der Puppenspieler Wilfried Plein vom Charivari-Puppentheater für eine Vorführung in den Räumen der Westfalenfleiß-Wohnstätte engagiert werden.

Wilfried Plein begrüßt die Anwesenden, verschwindet hinter der Bühne und da erscheint auch schon der Kasper mit seiner obligatorischen Frage: „Habt ihr gute Laune und seid ihr alle da?“ „Ja“, erschallt es unisono aus vielen Mündern und es gibt erwartungsvollen Vorschuss-Applaus.

Und das Publikum wird nicht enttäuscht. Zunächst versucht der Kasper auf verschiedene Art und Weise, die an der Bühne angebrachte Laterne zum Leuchten zu bringen. Schließlich gelingt es ihm – sehr zur Freude der Gäste - mit Hilfe eines kräftigen Schlages mit seinem Kasperstock. Nach und nach ruft er dann seine Freunde hinzu. Da ist der Zauberer Dr. Mysteriös, der mit dem Spruch `Hokus Pokus Omnibus´ das Orakel befragt, ob heute ein guter Tag sei. Dann kommt auch schon der Schutzmann und schaut nach dem Rechten. Der 90 Jahre alte Auerhahn aus dem Theaterstück `Dr. Faustus´ gibt sich ebenfalls die Ehre. Der Kakadu `Kaku´ begrüßt die Anwesenden mit dem flotten Spruch: „Na ihr Kacker ihr“. Und dem König ist viel zu warm, weil er immer wie ein König aussehen muss und deshalb seinen Mantel und seine Krone nicht ablegen darf.

Sogar der Teufel höchstpersönlich schleicht sich von hinten ran. Zur Erleichterung der Zuschauer vertreibt der Kasper den bösen Kameraden mit einem Indianertrick: „So tun, als ob die Welt in Ordnung ist, larifari durch die Gegend schauen und wenn der Teufel kommt, hau ich blitzschnell mit der Patsche zu.“ Das Publikum klatscht begeistert in die Hände, als der ungeliebte Gast für immer in den Tiefen des Puppentheaters verschwindet.

Schließlich lässt es sich der Kasper nicht nehmen, von der Bühne hinabzusteigen und den Bewohnern einzeln die Hand zu geben: „Hallo Monika, Kai, Thorsten, Gisela, Heiko, Conni, Marion…, schön Euch zu sehen.“ Die Gesichter strahlen. Alle wollen dem Kasper `Guten Tag´ sagen und ihm die Hand schütteln.

Viel zu schnell ist die Vorführung zu Ende. Der Kasper verabschiedet sich zusammen mit seinem sprechenden Hund namens `Fellow´. Der aber sagt statt `Auf Wiedersehen Kinder´ mehrmals `Auf Wiedersehen Rinder´, was beim Publikum zu großem Gelächter führt. Aber der Tipp des Kaspers schließlich hilft: „Wenn ihr alle zusammen laut klatscht, dann bekommt Fellow es bestimmt richtig hin.“ Der anhaltende Applaus führt dann in der Tat dazu, dass der Kasper Recht behält. Laut und deutlich ruft der Hund: „Auf Wiedersehen Kinder!“. Auch wenn die `Kinder´ bereits erwachsen sind – im Herzen sind sie jung geblieben.

„Das war ganz toll“, freut sich Bewohnerin Marion Bauknecht, „ besonders gefallen haben mir der Zauberer und der König“. Und Kai Ackermann lobt: „Der Wilfried hat das richtig gut gemacht. Er denkt sich immer wieder etwas Neues aus. Es macht richtig Spaß da zuzusehen.“

Bevor alle den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen, spricht Wohnbereichsleiterin Rebecca Schäfer der Nicos AG einen besonderen Dank aus: „Ich freue mich sehr, dass unseren Bewohnern durch diese Spende ein Strahlen in die Augen gezaubert werden konnte. Egal welchen Alters, der Kasper hat allen Zuschauern den Tag versüßt.“

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