Jenseits von Afrika…in Hiltrup

„Dschung…dschung…tscha-ka.tscha-ka…dschung…dschung…tscha-ka.tscha-ka“ dumpf dröhnen die Trommeln im gleichmäßigen Rhythmus durch die vibrierende Luft. Es ist heiß draußen, dort, wo die Bäume und Blumen ihre volle Blütenpracht entfalten. Afrika….könnte man meinen und man sieht sie förmlich vor sich - Elefanten, die wiegenden Schrittes durch die Savanne ziehen, gefolgt von Giraffen und Zebraherden. Und dort, war da nicht ein Löwe, dieser Schatten…?

Plötzlich ein schneller Trommelwirbel der Leittrommel, gut zu erkennen an den `Ohren´ aus Metall, die am Trommelrand befestigt sind. Christine Herrmann, die Trommellehrerin mit der `Ohrentrommel´,  schlägt ihr Instrument noch schneller und gibt dann ein Zeichen mit ihren Händen. Dieses Stück ist nun zu Ende. Allmählich verklingt auch der letzte Schlag und alle tauchen wieder auf aus der Versenkung, in die sie das gemeinsame Musizieren geführt hat.

Nein, wir befinden uns nicht in Afrika, sondern im westfälischen Hiltrup, genauer gesagt im Gemeindezentrum der evangelischen Gemeinde-Diakonie Hiltrup. Dort sind zwölf Bewohnerinnen und Bewohner  aus verschiedenen Wohnhäusern der Westfalenfleiß GmbH  zu Gast. Gastgeber ist Bernhard Winkels, Vorstand der Stiftung Bo59-Percussion. Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die nicht viel Geld haben, die Möglichkeit zu bieten, kostenlos das Trommeln zu erlernen. Leiterin dieses Trommelkurses ist  Christine Herrmann, unterstützt und begleitet von Bernhard Winkels.

Doch von Anfang an: Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde erklärt die Trommellehrerin die Handhabung der Trommel und spielt einen ersten Rhythmus vor. Ein Schlag in die Mitte des Fells als Basston mit flacher Hand und zwei kurze Schläge an den Rand, mit den zusammengelegten Fingern abwechselnd der rechten und der linken Hand.   „Dschung…tscha-ka…dschung...tscha-ka…

Dann sind  die Teilnehmer dran. Die  kniehohen Trommeln werden zwischen die Knie geklemmt und los geht´s.  Zunächst  sind noch nicht alle im Rhythmus und  auch der ein oder andere hat Schwierigkeiten mit der Koordination,  aber nach und nach  finden sich alle im stampfenden Rhythmus zusammen. Die anfängliche Anspannung mancher Teilnehmer löst sich in kürzester Zeit sichtlich. Viele lächelnde, ja geradezu strahlende Gesichter zeugen von dem Spaß, den alle haben.  Beim gleichbleibenden Takt träumt sich der ein oder andere auch nach Afrika, der Heimat der Djembe- Trommeln, auf denen die Teilnehmer spielen.

Ursprünglich stammt die Djembe aus  Westafrika und dort wird sie immer noch  bei wichtigen Ereignissen gespielt. Ob Hochzeit, Geburt, Beerdigung - die Djembe ist immer dabei. Der Trommelkörper  wird aus unterschiedlichen Hölzern gefertigt, wodurch sich die unterschiedlichen Farben der Trommeln erklären.

Einfache Trommelübungen wie eine Wettergeschichte bringen den Teilnehmern die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Djembe nahe. Kleinere Rasseln und Percussion-Instrumente  lockern die Trommeleinheiten auf. Begeistert machen alle mit bei der musikalischen Begleitung für die Aufnahme einer Trommel-CD. Hier zeigen sich die mittlerweile sicheren Freizeit-Musiker mit ausdrucksstarken und rhythmisch sicheren Trommelschlägen. Zwei Pausen zwischendurch sorgen für  Erfrischung und Erholung der vom Trommeln strapazierten Finger.

Am Ende des zweieinhalbstündigen Workshops sind sich alle einig. Das war toll. Und so planen Bernhard Winkels und Christine Herrmann schon den nächsten Workshop. Es darf also weiter getrommelt werden: dschung…dschung…tscha-ka, tscha-ka…

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