Informationsreihe der Rotary-Clubs – Westfalenfleiß Geschäftsführerin Gerda Fockenbrock stellt Studierenden der KatHO spätere Berufsmöglichkeiten vor

Erwartungsvolle Gesichter im Hörsaal der Katholischen Hochschule (KatHO) Münster. „Schüler fragen Chefs“ – so hieß früher die heute unter dem Titel „Rotarische Berufsinformationen“ laufende Veranstaltungsreihe des Rotary Clubs Münster, bei der junge Menschen in der Ausbildung die Möglichkeit erhalten, im direkten Dialog mit verantwortlichen Personen aus verschiedenen Berufszweigen Informationen über die jeweiligen Berufsbilder zu erhalten. 

In diesem Fall sind es rund 30 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen weiterführenden Schulen, die sich über die Studiengänge und Berufsaussichten der Fachrichtungen Soziale Arbeit und Heilpädagogik informieren möchten. Als Gesprächspartner stehen ihnen dafür  Dr. Christiane Rohleder, Michaela Quente und Martin Klein, alle drei Dozenten der KatHO sowie Gerda Fockenbrock, Geschäftsführerin der Westfalenfleiß GmbH als Vertreterin aus der Praxis zur Verfügung. 

Wie sieht der typische Berufsalltag eines Sozialarbeiters aus? Welche Qualifikationen erwartet die Praxis von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Wie sieht es mit der Bezahlung aus? Wie wird sich die Heilpädagogik in der Praxis entwickeln? – Das alles sind Fragen, die die Teilnehmer für ihre Zukunftsplanung umtreiben. 

Gerda Fockenbrock weiß die Antworten in Bezug auf den Wohnverbund der Westfalenfleiß. „Heilpädagogen und Sozialarbeiter sind von ihrer Ausbildung her für Führungspositionen prädestiniert, direkt nach dem Studium arbeiten sie in der Regel einige Jahre bei uns im Gruppendienst, um für weiterführende Tätigkeiten Berufserfahrung zu sammeln“, erklärt Fockenbrock den Berufseinstieg. Und: „Die Arbeitszeiten sind unterschiedlich, je nachdem in welcher Wohnform ein Mitarbeiter tätig ist. Auch das Gehalt richtet sich im Rahmen des Tarifes der Arbeiterwohlfahrt nach den jeweiligen Aufgaben und der hierarchischen Position. Mitarbeiter im Gruppendienst arbeiten nach dem Bezugsassistenten-Modell, d.h. jeder Mitarbeiter ist als fester Ansprechpartner für mehrere Menschen mit Behinderung zuständig und dafür verantwortlich, dass der jeweilige Nutzer die passgenaue Unterstützung erhält, die er braucht, aber auch nicht mehr, um Menschen nicht unselbstständig zu machen. Außerdem haben die Mitarbeiter im Zuge der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention auch die Aufgabe als Brückenbauer in die Gemeinde.“ 

Das sei schon eine hohe Anforderung, die kein Mitarbeiter von Anfang an mitbringen könne, erklärte Gerda Fockenbrock weiter. Deshalb habe Westfalenfleiß bereits vor zwölf Jahren ein Strukturelement entwickelt, das auf kollegialer Unterstützung basiert und in dem Mitarbeiter zu speziellen Themenkomplexen ausgebildet werden. Diese kollegiale Unterstützung und die Arbeit in einem multiprofessionellen Team bestehend aus Sozialarbeitern, Heilpädagogen, Heilerziehungspflegern, Pflegefachkräften, Familienpflegerinnen und Hauswirtschafterinnen würden gewährleisten, dass die Arbeit im Wohnverbund einen qualitativ hohen Standard hat. 

Auf die Frage, welche Voraussetzungen ein Mitarbeiter bei Westfalenfleiß mitbringen muss, zählt Gerda Fockenbrock die wichtigsten Qualifikationen auf: „Sie benötigen vor allem Respekt vor Menschen mit Behinderung, hohe Fachlichkeit, Bereitschaft zur Teamarbeit, Kommunikationsfähigkeit und die Kompetenz zur Selbstreflexion.“ 

Schließlich konnten die vier Referenten den Schülern eine gute Perspektive mit auf den Weg geben. „Die Heilpädagogik wird auch – und gerade - in Zeiten der Inklusion gebraucht, damit die Lebensqualität der Menschen mit einer Behinderung und ihr Anspruch auf Nachteilsausgleich hoch gehalten wird“, ist sich Gerda Fockenbrock sicher. Und dann schwärmt sie: „Es ist ein wunderbarer Beruf. Er ist anspruchsvoll, vielseitig und bietet ein Spektrum sehr unterschiedlicher Karrieremöglichkeiten.“ 

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Den Schülern machte das Mut und zeigte ihnen, dass sie mit ihrer Studien- und Berufswahl auf dem richtigen Weg sind.  „Uns hat diese Veranstaltung auf jeden Fall weitergebracht“, sind sich Franziska Skrobek und Manuela Wildt einig. „Für uns hat sich heute noch mehr herauskristallisiert, dass unser Ziel, einen heilpädagogischen Beruf zu erlernen, die richtige Entscheidung ist.“

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