Rund 300 Schülerinnen und Schüler aus Münster und Telgte haben seit Juli 2010 den „Sozialführerschein“ gemacht. Heute steht fest: Das Projekt ist ein voller Erfolg. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund wurde der Abschluss der Projektphase mit einem bunten Fest groß gefeiert. Fast 200 Gäste, darunter viele Sozialführerschein-Absolventen, waren Ende Februar dazu in den neuen Hörsaal der KatHO gekommen. Selbst Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe war vom Rathaus herüber geradelt, um ein Grußwort zu sprechen. Prominent besetzt war im Übrigen auch die Rolle der Moderatorin. Durch das Programm führte nämlich Jeanette Kuhn, die ansonsten für den WDR vor der Kamera steht und die Lokalzeit-Münsterland präsentiert.

Wie erfolgreich der Sozialführerschein tatsächlich war, dass erklärten den vielen Gästen dann Antonia Thimm und Prof. Friedrich Dieckmann von der KatHO, die das Projekt wissenschaftlich begleitet hatten. So konnten die beiden Forscher zum Beispiel nachweisen, dass Schüler durch die Teilnahme am Sozialführerschein eine deutlich positivere Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung entwickeln, sozialen Kompetenzen ausbilden und zudem häufiger bereit sind, sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen. Als weiterer positiver Aspekt ist festzuhalten, dass das Angebot Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Schichten, mit und ohne Migrationsgeschichte und mit unterschiedlichem Bildungshintergrund anspricht. Ein Ergebnis, das mithin eher selten zu beobachten und insofern erwähnenswert ist.

Die Studie belegt zudem, dass sich für die teilnehmenden Menschen mit Behinderung zahlreiche neue Grußkontakte ergeben, so genannte „weak social ties“, wie sie auch unter Nachbarn üblich sind. Auch wenn es sich hierbei vornehmlich um oberflächliche Kontakte handelt, ist ihre Bedeutung für die Akzeptanz im und die Identifikation mit dem Stadtteil nicht zu unterschätzen. Ein weiterer positiver Gesichtspunkt: Die Treffen eröffnen den Menschen mit Behinderung die Gelegenheit, die oft auch angstbesetzten Bilder von heutigen Jugendlichen zu korrigieren, neue soziale Erfahrungen zu machen und Vorurteile abzubauen.

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