„Abseits war gestern – Inklusion von Anfang an!“

Fotos: Westfalenfleiß, Martin Holtappels, Richard Halberstadt

Unter diesem Motto riefen die „Regionalkonferenz zur Weiterentwicklung der Lebenswelten von Menschen mit geistiger Behinderung in Münster“ und das Selbstvertretungsgremium „WiM - Wir Menschen mit Lernschwierigkeiten in Münster“ die Münsteraner Bürger auf, sich für Vielfalt und Teilhabe stark zu machen. Anlass dazu war der Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, an dem jedes Jahr rund um den 5. Mai bundesweit Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe mit Unterstützung durch die `Aktion Mensch´ zu zahlreichen Aktionen einladen.

„Mit unserer diesjährigen Aktion wollen wir zeigen, dass Inklusion ein Gewinn für alle ist“, hieß es auf der Internetseite der `Aktion Mensch´. „Wenn Inklusion früh gelernt und gelebt wird, entstehen Barrieren im täglichen Umgang gar nicht erst. Deshalb laden wir unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu ein, sich für ein besseres, inklusives Miteinander in einzusetzen.“

In Münster hatten sich rund 500 Teilnehmer zunächst auf dem Domplatz versammelt, darunter auch etwa 130 Beschäftigte der Werkstatt, Nutzer des Wohnverbundes, Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Westfalenfleiß GmbH. Mit Transparenten, Trillerpfeifen und Ratschen zogen sie lautstark über den Prinzipalmarkt und die Salzstraße zum Stubengassenplatz. Dort fanden auf einer extra für diesen Tag aufgebauten Bühne -  immer wieder von Applaus begleitete - bunte Aktivitäten statt. Die Moderatoren, Sigrid Taubenheim und Roy Wiemken vom Stift Tilbeck führten wortgewandt durch das Programm. „Mit dem Titel `Abseits war gestern´ beziehen wir uns auf die diesjährige Fußballweltmeisterschaft“, erläuterte Sigrid Taubenheim. „Wir wollen heute zeigen, dass es in Münster sehr erfolgreiche Sportler mit Behinderung gibt und dass Inklusion im Sport in unserer Stadt ein Thema ist.“  

Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson brachte einen Gruß der Stadt Münster.  „Der Sport steht heute im Focus“, erklärte sie.  Aber das sei nur ein Beispiel für viele andere Bereiche, in denen Teilhabe von Menschen mit Behinderung möglich sei. In Münster gebe es eine engagierte Bürgerschaft, die bereit sei, Menschen mit Behinderung zu integrieren, aber es seien auch noch einige Anstrengungen notwendig, bis Inklusion alltäglich und „Abseits“ nur ein Begriff auf dem Fußballplatz sei. Dafür werde sich die Stadt stark machen.

Gerne nahm sie im Anschluss an ihre Worte von den Moderatoren der Veranstaltung die `Inklusionsmedaille´ entgegen. „So etwas habe ich noch nie bekommen. Ich werde die Auszeichnung in Ehren halten“, versprach sie.

Rosemarie Engler, Mitglied der WIM, forderte die Teilnehmer ebenfalls auf, sich für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen in der Stadt Münster und anderswo einzusetzen: „Inklusion heißt: Von Anfang an mitbestimmen und dabei sein.“

„Nichts über uns ohne uns und das von Anfang an und immer. Das wollen wir nicht erst seit heute. Wir sind ein Teil der Gesellschaft und wollen es auch bleiben. Wir fordern nicht mehr und nicht weniger“, schloss sich Thomas Kronenfeld, Geschäftsführer der Stift Tilbeck GmbH stellvertretend für alle Träger der Regionalkonferenz den Reden der Vorgänger an. Und das gelte im Kindergarten, in der Schule, bei der Arbeit, beim Wohnen und in der Freizeit.

Anschließend präsentierten sich – begleitet durch musikalische Beiträge der Band `t-box´ erfolgreiche Sportler mit Behinderung aus Münster. Da gab es Special Olympics-Sieger im Tennis und im Reiten, Deutsche Meister und Landesmeister im Fußball der Werkstätten für behinderte Menschen und schließlich die inklusive Laufgruppe, die mehrfach erfolgreich den Münster-Marathon bestritten hat.

Tanzend und singend ließen die Teilnehmer mit dem Lied `Ein Hoch auf uns´ die fröhliche und friedliche Veranstaltung ausklingen und machten sich beschwingt und gut gelaunt auf den Heimweg.

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