DIDAK
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Vorstellung des Komplett-Paketes

Das didaktisch-handlungsorientierte Präventionsprogramm DIDAK®

Vorbemerkung

Durch Normalisierung und Inklusion gewinnen Menschen mit geistiger Behinderung mehr Selbstständigkeit sowie Unabhängigkeit und in Folge dessen orientieren sie sich stärker an der sogenannten „Normalität“.
Eine Zunahme der Integration durch Deinstitutionalisierung und die damit einhergehende Zunahme an Unabhängigkeit und Selbstständigkeit können zu einer größeren Gefährdung durch Suchtmittel führen. Ein möglichst risikoarmer Umgang mit Suchtmitteln oder Abstinenz ist als gesundheitsförderndes Verhalten zu bewerten.

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Allerdings muss gesundheitsförderliches Verhalten erlernt werden. Oft haben Menschen mit einer geistigen Behinderung dies nicht selbst erlernt, da sie häufig „versorgt“ wurden im Elternhaus oder einen Einrichtung.
Damit sie sich jedoch (auch in weniger betreuten Wohnformen) gesundheitsförderlich verhalten können, müssen sie darüber informiert sein, was sie selber dafür tun können. Danach können sie eigene Handlungsstrategien entwickeln, wie sie gesundheitsförderndes Verhalten im Alltag umsetzen können.

DIDAK® ist ...

... ein didaktisch-handlungsorientiertes Primär- und Sekundärpräventionsprogramm für erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung.

Die Ziele des Präventionsprogramms sind:

1. Diese Zielgruppe für gesundheitsförderliches Verhalten zu motivieren und sie bei der Entwicklung von gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen sowie deren Umsetzung im Alltag zu unterstützen.

2. Die Zielgruppe zu sensibilisieren und zu befähigen für einen risikoarmen Umgang mit  Alkohol oder Abstinenz.

Modellprojekt "Menschen mit geistiger Behinderung und einer Alkoholproblematik"
Das DIDAK® - Präventionsprogramm wurde entwickelt sowie erprobt durch Marja Kretschmann-Weelink (Pädagogin und Sozialtherapeutin für CMA) im Modellprojekt „Menschen mit geistiger Behinderung und einer Alkoholproblematik“. Das Modellprojekt dauerte drei Jahre (Oktober 2003 bis September 2006). Es wurde bei der Westfalenfleiß GmbH Arbeiten und Wohnen durch Marja Kretschmann-Weelink konzipiert und realisiert. Gefördert wurde es durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und wissenschaftlich begleitet durch die Katholische Fachhochschule NRW. 
 

Ergebnisse und Bewertung (Evaluation) des DIDAK®- Programms

 Die Evaluation des DIDAK® - Programms erfolgte im Rahmen einer Diplomarbeit mit dem Titel „Alkoholmissbrauch bei Menschen mit geistiger Behinderung - Evaluation eines Primär- und Sekundärpräventionsprogramms“ (Bentrup-Falke 2006).

Ergebnisse der Befragung zeigen u. a. auf, dass (vgl. Bentrup-Falke 2006):

·  28 von 30 befragten Teilnehmern im gesundheitlichen Bereich ihr Verhaltens positiv geändert hatten;

·  positive Veränderungen im Ernährungsverhalten erfolgten;

·  zwei Teilnehmer aufgehört hatten zu rauchen und vier Teilnehmer weniger rauchen;

·  nach DIDAK® Teil 1 von 30 befragten Teilnehmern zehn weniger Alkohol konsumierten und ein Teilnehmer überhaupt keinen Alkohol mehr trinkt;

·  nach DIDAK® Teil 2 von zwölf befragten Teilnehmern acht ihren Alkoholkonsum positiv verändert haben.

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Informationsbroschüre

Des Weiteren wurde in Kooperation mit dem Modellprojekt eine Informationsbroschüre „Infos und Tipps zu Alkohol“ für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung in einer weiteren Diplomarbeit entwickelt, erprobt und evaluiert (Tewes 2006).

 

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Das DIDAK® - Präventionsprogramm

Das DIDAK® - Präventionsprogramm setzt sich aus zwei Teilen zusammen.

 

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DIDAK® Teil 1

„Gesund und fit - wie mache ich das?“

umfasst fünf Einheiten.

Inhalte der Einheiten sind:

 

Einheit 1   didak_grafik_62

Gesundheitsförderndes Verhalten; Nahrungs- und Genussmittel.

 

Einheit 2   didak_risiko

Gesundheitsförderndes Verhalten; „Risiko“

 

Einheit 3   didak_gefahr

Gesundheitsförderndes Verhalten; „Gefahr“; Rauchen ist eine Gefahr für die Gesundheit; kein Alkoholkonsum (Abstinenz): kein Risiko und keine Gefahr für die Gesundheit durch Alkohol; Alkoholkonsum geht immer mit einem Risiko für die Gesundheit einher; „Risikoarmer Alkoholkonsum“.

 

Einheit 4

Alkoholische Getränke enthalten unterschiedliche Mengen an Alkohol. Beachtung von Alkohol- und Getränkemengen kann helfen, gesundheitliche Risiken gering zu halten und Gefahren zu vermeiden; wenn man vorher einen Plan überlegt, kann man einen Vorsatz besser einhalten.

 

Einheit 5

Vorsätze; Risikosituationen; mögliche Handlungsstrategien (vorher einen Plan machen), um Risikosituationen zu bewältigen; Ansprechpartner bei Fragen zu oder Probleme mit der Gesundheit; man kann selbst etwas für die Gesundheit tun. Durch die Konzeption des Programms ist es möglich nur am ersten Teil des DIDAK®  - Programms teilzunehmen.

 

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DIDAK® Teil 2

„Umgang mit Alkohol“ befasst sich ausschließlich mit dem Thema Alkohol. Es umfasst vier Einheiten. Die Konzeption sieht vor, dass eine obligatorische Teilnahme an Teil 1 erfolgt sein muss, bevor Teilnehmer mit dem 2. Teil beginnen. Inhalte der Einheiten sind:

 

Einheit 6   didak_streit

Alkoholkonsumgründe und Wirkung von Alkohol; mögliche Folgeprobleme durch Alkoholkonsum; Alkoholismus ist eine Krankheit - Krankheitsmerkmale; Ansprechpartner, wenn man Hilfe braucht bei Alkoholproblematik

 

Einheit 7

Ziel von Werbung; Vorsätze und Ambivalenz; Risikosituationen; Risikozeiten; „……. statt Alkohol“

 

Einheit 8

Vorsätze und Ambivalenz; Vorsätze können dabei helfen, gesundheitliche Grenzen einzuhalten; Risikosituationen und Handlungsstrategien (Pläne) zur Bewältigung; Rollenspiel: Handlungsstrategien in Risikosituationen

 

Einheit 9

Ressourcen und Stärken nutzen; eine Auswahl an Handlungsstrategien (Pläne) kann dazu beitragen, eine Risikosituation zu bewältigen; man kann sich ein Ziel immer wieder erneut vornehmen. Die Erprobung des Programms erfolgte im Wohnverbund und in der Werkstatt für behinderte Menschen der Westfalenfleiß GmbH.

 

Umfang des DIDAK® - Programms als Ordner-Handbuch und komplettes Arbeitspaket

Das DIDAK® - Programm umfasst 90 Seiten und wird als Handbuch für Mitarbeiter herausgegeben. Alle neun Einheiten wurden vorformuliert wobei auch didaktische und organisatorische Hinweise eingearbeitet wurden. Eine Auflistung der benötigten Anschauungs- und Arbeitsmaterialien steht am Anfang der Einheiten; 48 Arbeitsblätter (Erinnerungsblätter) und 39 Folien sind vorhanden. Die Arbeitsblätter sind auf farbigen Bögen gedruckt: rot für „Gefahr“, gelb für „Risiko“ und grün für „gesundheitsfördernde Handlungsstrategien“; weiße Erinnerungsblätter geben Informationen zur Meinungsfindung. Die Erinnerungsblätter und Folien sind farbig illustriert. Bei der Gestaltung der Erinnerungsblätter und Folien wurden Hinweise aus dem „Wörterbuch für leichte Sprache“ (Netzwerk People First 2004) berücksichtigt. Für Bezugspersonen der Teilnehmer wurden Informationsblätter konzipiert.

Das DIDAK® - Konzept sowie die Dokumentation ihrer Erprobung sind in der Projektdokumentation dargelegt.

 

Projektdokumentation

Die Projektdokumentation über das Modellprojekt „Menschen mit geistiger Behinderung und einer Alkoholproblematik“ dokumentiert Informationen über die Krankheit Alkoholismus sowie bestehende Therapiemöglichkeiten, Präventionsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung (und Alkoholproblematik) sowie Möglichkeiten der Modifizierung von bestehenden Interventionsmaßnahmen für diese Zielgruppe.

Des Weiteren werden Konzept, Entwicklung und Ergebnisse des Sekundärpräventionsangebotes „Freizeitgruppe Treff“ sowie das Konzept und Erprobungsmodalitäten des Präventionsprogramms DIDAK® dargestellt. Außerdem werden Anforderungen an Bezugspersonen in Bezug auf Prävention bei der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung in Folge von Normalisierung und Inklusion thematisiert. Die Dokumentation umfasst 140 Seiten.

 

Modellprojekt

"Menschen mit geistiger Behinderung und
einer Alkoholproblematik"

gefördert durch die




Ziel des Projektes war es, eine Zunahme der Alkoholproblematik bei Menschen mit geistiger Behinderung durch die Entwicklung und Evaluation eines Primär- und Sekundärpräventionsprogramms zu begrenzen.

Für die Zielgruppe "Menschen mit geistiger Behinderung und einer Alkoholproblematik" wurde das oben stehende didaktisch-handlungsorientierte Programm (DIDAK) entwickelt und evaluiert.

 

Inhalte dieses Programms:

  • · Informationsvermittlung über problematischen Alkoholkonsum und mögliche Risiken, die daraus entstehen können.

  • · Erkennen von Risikosituationen.

  • · Entwicklung und Umsetzung von Lösungs- und Handlungsstrategien zur Bewältigung von Risikosituationen.

 

DIDAK wurde als Arbeitsinstrument konzipiert für

· Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Werkstätten für behinderte Menschen und 

· Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

 

Freizeitgruppe "Treff"

Vierzehntägig wurde die Freizeitgruppe "Treff" angeboten. Dies war ein Angebot für geistig behinderte Menschen mit einer Alkoholproblematik. Die Teilnahme war freiwillig. Das Angebot beinhaltet Freizeitgestaltung ohne Alkoholkonsum. In gemütlicher Runde konnten Nutzer des Wohnverbundes und Beschäftigte der WfbM der Westfalenfleiß GmbH Arbeiten und Wohnen ins Gespräch kommen. Es bestand die Möglichkeit gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen, Freizeitaktivitäten zu planen und durchzuführen. Die Alkoholproblematik wurde bei Bedarf und auf Wunsch der Teilnehmer thematisiert. Die Erkenntnisse aus der Arbeit mit der Freizeitgruppe "Treff" wurden evaluiert.

Im Rahmen des Modellprojektes entstand so die Entwicklung eines praktikablen Diagnose-Instrumentariums zur Identifizierung von Alkoholabhängigkeit und -missbrauch bei Menschen mit geistiger Behinderung. 

Teamberatung und Beratung für Menschen mit Behinderungen

Das Modellprojekt beinhaltete außerdem ein Beratungsangebot

· zur Teamberatung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westfalenfleiß GmbH und

· für Menschen mit Behinderungen und einer Alkoholproblematik aus dem Wohnverbund und den Werkstätten.

 

Das Modellprojekt fand statt in der Zeit vom 1. Oktober 2003 bis 30. September 2006. Es war innerhalb der Westfalenfleiß GmbH angesiedelt, wurde durch Marja Kretschmann-Weelink realisiert und durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördert. 
www.sw.nrw.de

Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die Katholische Fachhochschule NRW, University of applied sciences. 

Prof. Dr. Dr. Martin Hörning (KFH Paderborn)
übernahm die Leitung und Koordinierung des Projektes im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung. Er ist Professor für Sozialmedizin einschließlich Psychopathologie, Prodekan des Fachbereichs Sozialwesen und stellvertretender Sprecher des Forschungsschwerpunktes Sucht.


Prof. Dr. Heinrich Greving (Dekan der KFH Münster)
setzte als Themenschwerpunkte "Sucht bei Menschen mit einer geistigen Behinderung und mögliche Konzepte".


Prof. Dr. Thomas Hülshoff (KFH Münster)
setzte als Themenschwerpunkte "Sozialmedizin und medizinische Grundlagen der Heilpädagogik".


Prof. Dr. Christiane Rohleder (KFH Münster)
hatte die Schwerpunkte "Freiwilliges Engagement und Lebenslagen im Alter, Arbeits-(markt)situationen und Qualitätssicherung in Gesundheitsberufen".

Die Autorin des didaktisch- und handlungsorientierten Präventionsprogrammes "DIDAK" ist Marja Kretschmann-Weelink. Ihre Arbeit beinhaltete viele Jahre die Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung auf ihrem Weg, möglichst selbstständig zu leben. Dies erforderte oft auch eine Begleitung bei Alkoholproblematik.

Durch die Teilnahme an der sozialtherapeutischen Zusatzausbildung "Ressourcenorientierte Arbeit mit mehrfachbeeinträchtigten abhängigen Menschen im regionalen Verbund" (der GVS und Bethel-Terach) hat sie sich als Sozialtherapeutin für die Arbeit mit chronisch mehrfachbeeinträchtigten abhängigen Menschen qualifiziert. Seitdem ist es ihr Ziel, die Inhalte der Weiterbildung in ihre Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung und einer Alkoholproblematik einzubringen und umzusetzen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wohnverbundes und der Werkstatt der Westfalenfleiß gGmbH hat sie bereits Fortbildungen zu dieser Thematik angeboten.

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